Die Sammlung Osmers

Das Sammlerpaar Franz Osmers und Mechthild Wantia-Osmers haben eine umfangreiche Sammlung von Skulpturen und Plastiken, Gemälden, Handzeichnungen und Druckgraphik aufgebaut.

Die Sammlung umfasst Kunstwerke vom beginnenden 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart von international bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten wie Alexander Archipenko, Max Ernst, Hans Hartung, Ioannis Avramidis, Henry Moore, Daniel Spoerri und Rebecca Horn. Konvolute mit Arbeiten von Gustav Seitz, Karl Hartung, Gerhard Marcks, Constantin Jaxy sowie den Zero-Künstlern Otto Piene, Günther Uecker und Heinz Mack zeigen das besondere Interesse des Sammlerpaars für die Plastik im Raum.

Die ausgestellten Werke sind eine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung und zeigen auf, welche Fragestellungen das Sammlerpaar beschäftigen: die Darstellung der menschlichen Figur zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit sowie das dynamische Zusammenspiel von Licht und Form.

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Gottfried Jäger: Fotografien der Fotografie

Gottfried Jäger (*1937) zählt zu den wichtigsten Fotografen und Foto-Theoretikern der Nachkriegszeit. Bereits in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte er den Begriff der „Generativen Photographie“. Dabei werden ihm die fotografischen Mittel selbst zum Gegenstand, das Medium zum Objekt. Er ist ein „Fotograf der Fotografie“ (B. Stiegler). Eine wichtige Rolle hat der Bielefelder Künstler auch mit seinen theoretischen Schriften zur bildgebenden Fotografie (u.a. im Dialog mit V. Flusser und L. Wiesing) gespielt. Eine Retrospektive seines Werkes ist ein Desiderat des Ausstellungswesens. Die etwa 400 Quadratmeter große Präsentation des Sprengel Museum Hannover wird dies mit einer exemplarischen Auswahl von Werken der wichtigsten Schaffensformen und -Perioden des Künstlers in sechs Räumen leisten.

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Re-Inventing Piet.

Piet Mondrian: Der berühmte niederländische Maler hat immer wieder gefordert, Kunst und Leben miteinander zu verbinden. Tatsächlich ist es seiner Kunst wie kaum einer anderen gelungen, viele Bereiche des Lebens visuell zu durchdringen: von Kleidern, Konsumartikeln, Taschen bis hin zu ganzen Häuserfassaden. Auch aus den sozialen Medien ist Piet Mondrian als „Influencer“ nicht mehr wegzudenken: Auf der Plattform TikTok verzeichnet der Hashtag #mondrian aktuell nicht weniger als 26,4 Millionen Aufrufe. Das Kunstmuseum Wolfsburg widmet ihm nun eine Ausstellung.

Wie kaum ein anderer hat Piet Mondrian es innerhalb weniger Jahre geschafft, sich in den 1910er-Jahren von der figurativen Malerei weg hin zu einem richtungsweisenden abstrakten Malstil zu entwickeln, den er in seinen umfangreichen kunsttheoretischen Schriften als „Neue Gestaltung“ oder „Neoplastizismus“ bezeichnet hat. Die vermeintlich schlichten Kompositionen aus zunächst schwarzen Linien, farbigen Quadraten und Rechtecken aus den Primärfarben Rot, Gelb und Blau auf weißem oder grauem Grund haben die Kunstwelt nichts weniger als revolutioniert und den Blick auf die Bildwirklichkeit für immer verändert.

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Who’s Next?

Obdachlosigkeit ist ein globales Problem und gesamtgesellschaftliches Anliegen – Lösungen hingegen müssen vor Ort diskutiert und gefunden werden. Die politische Haltung, dass Obdachlosigkeit auf persönlichem Verschulden beruhe, hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Als mögliche Folge der Coronapandemie und daraus resultierender Insolvenz und Arbeitslosigkeit wurde wie unter einem Brennglas deutlich: Obdachlosigkeit kann jede*n von uns treffen. Die Ausstellung „Who’s Next? Obdachlosigkeit, Architektur und die Stadt“ im MK&G geht der Frage nach, wie architektonische Lösungen das Leben Betroffener besser machen können. Sie präsentiert zahlreiche Beispiele und zeichnet unterschiedliche Perspektiven auf die realen Umstände von Obdachlosigkeit nach.

Das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt zeigt parallel eine Fotoserie über Obdachlosigkeit in Tokio von Ulrike Myrzik und Manfred Jarisch im Hinz&Kunzt-Haus (Minenstraße 9, 20099 Hamburg).

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Adelphi Quartet

Das Adelphi Quartet wurde 2017 gegründet, studierte bei Rainer Schmidt (Hagen Quartett) und erhielt zusätzlich wertvolle Anregungen vom Kammermusik-Papst Eberhard Feltz und Valentin Erben (Alban Berg Quartett). In der Laeiszhalle präsentieren sich die vier Streicher mit Werken von Joseph Haydn, Bushra El-Turk und Wolfgang Amadeus Mozart.

Kulinarisches Angebot vor dem Konzert

Frisch gestärkt lässt sich das Konzert mit den jungen Nachwuchstalenten noch mehr genießen. Darum gibt es im Brahms-Foyer für Konzertbesucher:innen von 15–15:45 Uhr Kaffee, Tee und Kuchen. Bitte beachten Sie, dass der Weg vom Kleinen Saal zum Brahms-Foyer nicht barrierefrei ist und dass die Anzahl der Plätze begrenzt ist.

Ein 1. Preis beim Streichquartettfest des »Heidelberger Frühling« im Jahr 2020 und mehrere Preise 2021 beim Internationalen Wettbewerb »Premio Paolo Borciani« im italienischen Reggio Emilia gehören zu den wichtigsten Auszeichnungen, die Sommerlichen Musiktage Hitzacker, die Musiktage Mondsee und das Théâtre de Namur (Belgien) zu den bedeutendsten Auftrittsorten des Ensembles.

Neben den traditionellen Quartettstücken pflegen die Musiker auch das zeitgenössische Repertoire. So gehört zu ihrem aktuellen Tourneeprogramm etwa auch ein Werk der britisch-libanesischen Komponistin Bushra El-Turk, die in ihren Werken Musik aus unterschiedlichen kulturellen Traditionen miteinander verknüpft.

Zu den Tickets: Adelphi Quartet.

Die Geschichte Pommerns im 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen, vielfachen Systembrüchen und dem gewaltigen Bevölkerungsaustausch bedeutete für die Region die vielleicht größte Zäsur in ihrer Geschichte. Schließlich verschwand der Name Pommern in der DDR fast vollständig. Erst in den letzten 30 Jahren besinnt sich die Region wieder zunehmend auf über Jahrhunderte gewachsene Strukturen. Die Ausstellung im Pommerschen Landesmuseum zeigt die zahlreichen Facetten dieser Brüche und Kontinuitäten.

Neben aussagekräftigen Objekten ergänzen aufwendige Medienstationen und Installationen die Ausstellung, über die vor allem biographische Zugänge zu einzelnen Themenkomplexen angeboten werden.

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Felix Nussbaum

Das Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück bewahrt die weltweit größte Sammlung von Werken Felix Nussbaums. Im Zentrum der aktuellen Präsentationen stehen Themen aus dem Werk Nussbaums, die von zeitloser und existentieller Bedeutung sind. Diese werden ausgewählten Selbstbildnissen Nussbaums gegenübergestellt und treten so in einen Dialog mit der Selbstreflektion des Künstlers im Porträt.

Die Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus stellt anhand von acht Themen wie Heimat, Exil, Identität oder Widerstand rund 70 Bilder des Malers vor.

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Christo und Jeanne-Claude

Die Ausstellung auf der Museuminsel Schloss Gottorf zeichnet mit rund 70 Werken die künstlerische Entwicklung von Christo und Jeanne-Claude seit Mitte der 1950er Jahre bis zu Christos Tod im Mai 2020 nach. Sie präsentiert in zehn Themenräumen die wichtigsten Projekte des Künstlerpaares – vom Eisernen Vorhang in Paris 1962 bis zur noch nicht verwirklichten Mastaba in Abu Dhabi.

Zwei der in der Ausstellung gezeigte Projekte bilden im Werk von Christo und Jeanne-Claude absolute Höhepunkte: die Verhüllung des Berliner Reichstags und die Verhüllung des Triumphbogens in Paris. Bereits 1961 hatte sich das Künstlerpaar mit der Idee beschäftigt, ein öffentliches Gebäude zu verhüllen. Seit den 1970er Jahren schuf Christo Zeichnungen, mit denen er die Verhüllung des Reichstags visualisierte. Nach umfänglichen vor allem auch politisch geführten Debatten und einem langjährigen Genehmigungsprozess konnte die Verhüllung des „politischen“ Gebäudes 1995 realisiert werden.

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Benin

Wegen technischer Instandhaltung vom 31. Dezember 2022 bis 16. Januar 2023 kurzzeitig geschlossen.

Die koloniale Besetzung des Königreichs Benin durch britische Truppen im Februar 1897 markierte das Ende eines der mächtigsten westafrikanischen Königreiche. Eine der Folgen war die weltweite Verstreuung von tausenden Kunstwerken aus Bronze, Elfenbein und Holz, die aus dem königlichen Palast geraubt wurden.

In Anbetracht ihrer geplanten Restitution wird die Benin-Sammlung des MARKK nun in ihrer Gesamtheit in einer Ausstellung gezeigt. Die Schau vermittelt neben Informationen zum britischen Kolonialkrieg und zur aktuellen Restitutionsdebatte verschiedene Perspektiven auf die ursprüngliche Bedeutung der Objekte, ihre herausragende künstlerische Qualität und ihren Stellenwert in der afrikanischen Kunst- und Kulturgeschichte. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Provenienz der Sammlung und ihre Verflechtungsgeschichte mit den Hamburger Handelsnetzwerken gelegt.

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Blow Up!

Wie ein Rhizom durchziehen die Ausstellung Blow Up! im Kunstmuseum Wolfsburg unterschiedlichste Themen unserer Zeit, die im weitesten Sinne vom Wachsen der Dinge handeln. Mit einer eindrucksvollen Erweiterung von mehr als 80 Schenkungen aus jüngster Zeit steht auch das Anwachsen der Museumssammlung selbst im Zentrum der Ausstellung. Mit ihrer breiten medialen Vielfalt eröffnen die Werke eine impulsgebende Auseinandersetzung mit psychologisch und gesellschaftlich aufgeladenen Räumen, Landschaften und Diskursen.

Mehr: Blow Up! 

Filmplakate 1953-74

Anhand ihrer Plakate lässt sich die Geschichte des Films im Nachkriegsdeutschland wohl am besten erzählen. Auf drei Etagen widmet sich daher die neue Ausstellung im Kunsthaus Göttingen mit Plakaten und Filmausschnitten der 1950er bis 70er Jahre drei entscheidenden Filminstitutionen, bzw. Werbegestaltern, deren Plakate eng mit dem Aufbruch und der Entwicklung der Filmindustrie zusammenhängen und diese widerspiegeln.

Dabei beginnt ihre Entwicklung mit Verboten. Nach der bedingungslosen Kapitulation wurde zunächst jegliche Produktion von Filmen untersagt und eine Liste mit Filmen veröffentlicht, deren Vorführung nicht mehr gestattet war. Die westlichen Alliierten ebneten zunächst den Weg für ihre eigene Filmindustrie. Erst nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland nahmen die Entwicklungen einer neuen deutschen Filmindustrie sowie eines eigenen deutschen Filmverleihs und Kinomarkts ihren Anfang.

Die neue Ära begann Anfang der 1950erJahre, u.a. mit der Gründung der Neuen Filmkunst Walter König und der Arca-Filmgesellschaft (1952 in Göttingen).

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Lovis Corinth

Die Kunsthalle zu Kiel zeigt eine Auswahl von Lovis Corinths (1858 – 1925) grafischen Blättern aus eigenem Bestand. Der Künstler beschäftigt sich in seiner Grafik, ebenso wie in seiner Malerei, mit klassischen Themen wie Landschaften, Porträts, mythologischen und biblischen Motiven. Er schafft auch zahlreiche Grafikfolgen nach literarischen Werken. Eine besondere Bedeutung haben die Darstellungen seiner Familie – wie nur wenige Kunstschaffende seiner Zeit schildert er ausführlich sein Ehe- und Familienleben und widmet ihm sogar eine eigene Grafikserie.

Das berühmte Skizzenbuch aus der Zeit in Paris (1884-1887) zeigt seine Anfänge als akademisch geschulter Künstler des späten 19. Jahrhunderts. Nach und nach wendet er sich impressionistischen Stilmitteln zu, mit denen er den flüchtigen Eindruck selbst festhält. Die Ausstellung zeigt entlang meisterhafter Grafiken aus dieser Phase, warum Corinth als Brückenfigur zwischen Tradition und Moderne verstanden wird.

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Ingo van Aaren

Ingo van Aarens Fotografien halten eine ungewöhnliche Szenerie fest: eine Schildkröte flaniert durch Berlin und zieht den Schriftsteller David Wagner mit sich. Der Fotograf verfolgt das ungleiche Paar durch eine Stadt, die anders aussieht, als wir sie kennen. Seine Bilder zeigen Schildkröte und Schriftsteller allein am Brandenburger Tor, auf dem menschenleeren Alexanderplatz und an der verwaisten Oberbaumbrücke. Die beiden haben die leergezauberte Stadt ganz für sich – Berlin, die beispielhafte Metropole des 20. Jahrhunderts, in deren Architektur bis heute alle Gesellschaftsformen des letzten Jahrhunderts in ihren Ausprägungen sichtbar sind. Eine Nachtwanderung, ein Gang in die Stille auf der Schwelle des Tages, ein Parcours durch Gegenwart und Geschichte. Wem gehört die Stadt morgens um 4 Uhr? Was sieht man, wenn Dunkelheit die Szenerie beherrscht? Und wann geht die Sonne auf?

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Max wird Beckmann

Max Beckmann (Leipzig 1884 – 1950 New York) gehört zu den international wichtigsten Künstlern der Moderne. Als Maler, Zeichner, Druckgraphiker, Bildhauer und Schreiber ergründete er in seinem Werk auf ungeheuer intensive und sinnliche Weise „die Realität, die das eigentliche Mysterium des Daseins bildet“. Zwei Kriege, Diktatur und Exil prägten seinen Lebensweg. Die Ausstellung im Herzog Anton Ulrich-Museum schlägt ein für Leben und Werk dieses Jahrhundertkünstlers entscheidendes und doch wenig bekanntes Kapitel auf: Seine Herkunft und seine Anfänge in Braunschweig.

Ergänzend zu der Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig eine Google-Karte mit Orten Max Beckmanns in Braunschweig entstanden. Folgen Sie den Spuren des Jahrhundertkünstlers durch die Stadt, in der er seine Jugendzeit verbrachte.

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Kerben und Kanten

Hermann Scherer (1893–1927) zählt zu den bedeutenden Expressionisten der Schweiz und nun widmet das Ernst Barlach Haus Hamburg ihm eine Ausstellung. 1924 schlägt er eine radikal neue Richtung ein: Von Ernst Ludwig Kirchner inspiriert, arbeitet der gelernte Steinmetz erstmals in Holz. Bis zu seinem frühen Tod 1927 entstehen 25 Skulpturen und über 100 Holzschnitte. Der neue Werkstoff bringt auch stilistischen Wandel. Mit energischen Hieben gestaltet Scherer schroffe Bildwelten. Seine Lebensthemen Liebe und Triebhaftigkeit, Zwei- und Einsamkeit, Existenzangst und Exzess finden in den Holzschnitten schärfste Zuspitzung.

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DIETER ROTH – GEPRESST GEDRÜCKT GEQUETSCHT

Die Ausstellung „DIETER ROTH – GEPRESST GEDRÜCKT GEQUETSCHT“ nimmt mit Dieter Roth einen der prominentesten Vertreter der Konkreten Poesie in den Fokus. Die Ausstellung präsentiert rund 1.000 Werke in 16 Kapitel – von Landschaftsbildern über Stillleben bis hin zu Selbstbildnissen. Roth machte seine Ausbildung zum Druckgrafiker und begann dabei bereits früh mit unterschiedlichen Materialien und Techniken zu experiementieren. Inspiriert von geometrischen Formen kreierte Roth so Op Art-Werke und kinetische Objekte.

Die Ausstellung ist in der Sammlung Falckenberg (Hamburg-Harburg) der Deichtorhallen zu sehen.

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Lee Miller.

Fotografin, Modell, Muse, Surrealistin, Kriegsberichterstatterin: Lee Miller (1907-1977) zählt zu den vielseitigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum präsentiert ihr fotografisches Werk mit rund 150 Aufnahmen aus der Zeit von 1929 bis 1951.

Zunächst als Fotomodell bei Vogue beschäftigt, wechselte Lee Miller in den 1930er Jahren hinter die Kamera. Weder privat noch professionell hielt sich Miller an Konventionen und ging als Künstlerin ihren ganz eigenen Weg. Es entstanden surrealistische Porträts in der ägyptischen Wüste, kunstvolle Modefotografien für die Vogue und emotionale Kriegsfotografien. So ließ sie sich als eine von wenigen US-Amerikanerinnen als Kriegsreporterin akkreditieren und begleitete die vorstoßenden Truppen im Zweiten Weltkrieg an vorderster Front. Sie dokumentierte die Eroberung der Normandie und später auch die Folgen des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich. Unvergessen sind ihre Aufnahmen der befreiten Konzentrationslager. Die Ausstellung fasst Millers Schaffensphasen unter den Kapiteln Fotomodell, Mode und Porträts, Surrealismus, Frauen im Krieg, Millers Krieg, Konzentrationslager und Befreites Paris zusammen.

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Unter blauen Himmeln

Die Kunsthalle Rostock wird als dritte Station die Ausstellung „Unter blauen Himmeln“ präsentieren. In der Schau wird die Landschaftsmalerei von Wolfgang Mattheuer und Markus Matthias Krüger in den Fokus gerückt.

Wolfgang Mattheuer (1927–2004) zählt zu den bedeutendsten Landschaftsmalern des 20. Jahrhunderts. Seine Landschaften oszillieren zwischen romantischer Tradition und kritischem Realismus. Das Genre der Landschaftsmalerei macht in etwa die Hälfte seines malerischen Oeuvres aus. Die Bilder sind in ihrer regionalen Verortbarkeit stimmungshafte Eindrücke der heimatlichen Umgebung und in ihrer unendlichen Weite ebenso Gleichnisse von Weltsicht.

Der junge Leipziger Künstler Markus Matthias Krüger, 1981 in der Altmark geboren, hat sich der Landschaft im weitesten Sinne verschrieben. Dabei beschränkt er sich keineswegs auf eine bloße Wiedergabe des Sichtbaren. Seine Bilder, vorgetragen in vollendeter Feinmalerei, bewegen sich vielmehr in der ganzen Spannweite von Findung und Erfindung. Ihr Konzept gründet auf dem bildnerischen Prinzip von Landschaft als Weltmodell.

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50 Jahre Sesamstraße

Die „Sesamstraße“ feiert 2023 ihren 50. Geburtstag in Deutschland! Ab dem 17. Februar 2023 blickt das Auswanderermuseum BallinStadt daher in einer Sonderausstellung zurück auf die bunte Geschichte der Kindersendung.

In der Ausstellung entdecken die Besuchende unter anderem Objekte, Requisiten und Kostüme aus fünf Jahrzehnten der „Sesamstraße“, die in Deutschland seit 1973 von Sesame Workshop und NDR ko-produziert wird. Darüber hinaus wird eine Vielzahl originaler Puppen aus den Sesame Workshop Archiven aus New York zu sehen sein.

Staunen, Anfassen und Mitmachen ist die Devise der Sonderschau in Hamburg. Die Besuchende tauchen auf rund 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche in den spannenden Kosmos eines der weltweit größten Bildungs- und Kulturphänomene ein. Für Kinder gibt es eine „Schnitzeljagd“ durch das Museum mit vielen interaktiven Hands-on Stationen. Dabei können sie beispielsweise ihre eigene Körpergröße mit denen der Sesamstraßen-Charaktere vergleichen, in die Fußstapfen von Bibo oder Grobi treten und beim Sesamstraßen-Memory ihr Können zeigen.

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Ab dem 07.05.2023 gibt es außerdem die Partnerausstellung „Sesamstraße. 50 Jahre Wer, Wie, Was!“ im MK&G in Hamburg rund um die Gestaltung und handwerkliche Produktion der Sendung.

Femme Fatale

Die Femme fatale ist ein Mythos, eine Projektion, eine Konstruktion. Sie steht für ein bildlich fest codiertes weibliches Stereotyp: Die sinnlich-erotische und begehrenswerte Frau, deren vermeintlich dämonisches Wesen sich darin offenbart, dass sie Männer so in ihren Bann zieht, dass diese ihr verfallen – mit oftmals fatalem Ausgang. Diesem schillernden wie klischeebehafteten und lange von männlichen und binär geprägten Blickordnungen dominierten Vorstellungsbild widmet sich die Hamburger Kunsthalle mit der Ausstellung »FEMME FATALE. Blick – Macht – Gender«. Die Schau geht nicht nur den künstlerischen Erscheinungsformen des Themas vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach, sondern möchte zugleich den Mythos der Femme fatale in seiner Genese und historischen Transformation kritisch beleuchten.

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Georges Adéagbo

Seit Jahrzehnten pendelt der 1942 geborene Installationskünstler Georges Adéagbo zwischen Cotonou (Benin), Hamburg und Ausstellungsorten auf der ganzen Welt. In den 1990er Jahren wurde die europäische Kunstszene auf ihn aufmerksam, heute zählt er zu den bedeutendsten Künstlern aus Afrika und gilt als Pionier einer selbstbewussten Kunst des »globalen Südens«. Adéagbo war Teilnehmer der Documenta 11 (2002) und der Biennalen in Dakar (1996), Johannesburg (1997), Sidney (1998), São Paulo (1998), Venedig (1999 und 2009), Lyon (2000) und Shanghai (2016). Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in namhaften Institutionen machten ihn in den vergangenen drei Jahrzehnten in Europa, den USA, Afrika, Australien und Japan bekannt. Nun stellt das Ernst Barlach Haus Hamburg einige seiner Werke aus.

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Vistapoints

Die Postkarte wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zum idealen Kommunikationsmittel einer sich globalisierenden Gesellschaft mit vereinfachtem Informationsaustausch. Sie dokumentiert im Laufe ihrer Geschichte nicht nur touristische Highlights, sondern auch historische Ereignisse, bildet Persönlichkeiten und Kunstwerke ab, verbreitet Ideen von Lebensstilen, Erotik und Poesie.

Bereits 1865 hatte der spätere deutsche Generalpostdirektor vorgeschlagen, eine offen zu befördernde Karte für handschriftliche Mitteilungen zu entwickeln. Der Vorschlag wurde abgelehnt: Offener Text erschien zu jener Zeit noch als unsittlich, da er als Affront gegen das Postgeheimnis und die Privatsphäre verstanden wurde. Offiziell eingeführt wurde die Postkarte schließlich ab 1870. Bis 1905 war jedoch vorgesehen, nur die Bildseite mit Text zu versehen – die Rückseite war der Adresse und der Briefmarke vorbehalten.

Um 1900 entstanden neben den in größeren Auflagen gedruckten Postkarten dann auch einzeln gemalte oder grafisch gestaltete Kunstunikate. Vor allem die Künstler*innen der expressionistischen Gruppe Brücke schickten Anfang des 20. Jahrhunderts selbst gemalte Grußbotschaften bis zu dreimal täglich an ihre Freund*innen, Sammler*innen und Förder*innen, in denen oftmals wurde eine bewusste Opposition zum bürgerlichen Zeitgeist eingenommen wurde. Diese Tradition der Kunstpostkarte hält bis in die Gegenwart an. In der Ausstellung werden insgesamt 150 Künstlerpostkarten aus der fast 2.000 Exemplare umfassenden Sammlung des Altonaer Museums präsentiert.

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THE F* WORD

„Do women have to be naked to get into the Met. Museum?“ Mit diesem legendären Poster machte die Aktivist*innengruppe Guerrilla Girls 1989 in New York darauf aufmerksam, dass Frauen zwar ein beliebtes Bildmotiv sind, aber nur wenige weibliche Positionen in Museen, Galerien und Kunstinstitutionen ausgestellt werden.

Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich das international bekannte Kollektiv aus den USA mit humorvollen, aufklärenden und anklagenden Arbeiten gegen Sexismus, Rassismus, Diskriminierungen sowie Machtmissbrauch und Korruption im Kunstbetrieb. Für das MK&G entwickeln die Guerrilla Girls eine eigene Arbeit, die die Sammlung des Museums kritisch evaluiert. In der Ausstellung „The F* word – Guerrilla Girls und feministisches Grafikdesign“ im MK&G bilden die Plakate der Künstlerinnengruppe den Ausgangspunkt der Gruppenschau, die rund 400 Arbeiten von 1870 bis heute umfasst.

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Gabriele Münter.

Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum präsentiert das Werk der bedeutenden deutschen Expressionistin Gabriele Münter erstmals in Hamburg. Dabei geht sie weit über ihre die lange etablierte Sichtweise im Umfeld des Blauen Reiters hinaus und legt den Fokus auf die Porträtmalerei der Künstlerin: Beginnend mit den Zeichnungen, Skizzen und Fotografien ihrer USA-Reise 1899-1900, über die expressiven Einzel- und Gruppenporträts der Jahre 1908 – 1912, die gemalten und gezeichneten Damenbildnisse der 1920er Jahre bis hin zu ihren letzten Kinder- und Selbstporträts gibt die Ausstellung einen Einblick in die enorme Bandbreite von Gabriele Münters künstlerischem Schaffen.

Mehr erfahren: Gabriele Münter.

Bei Tante Herta

In der legendären Hafenkneipe „Glaube – Liebe – Hoffnung“ (1875–2010) in Wyk auf Föhr, von Gästen liebevoll „Bei Tante Herta“ genannt, waren im Laufe ihres Bestehens fast 200 Seefahrersouvenirs aus aller Welt zusammengekommen.

Mit dem Freitod des letzten Betreibers Claus-Otto Menden endete die fünf Generationen dauernde Kneipentradition. Bevor er an Heiligabend ins Wasser ging, setzte er die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger als Alleinerbin ein. Das Inventar wurde aufgelöst und das Haus verkauft. Kurz zuvor hat der Berliner Filmemacher Kai Ehlers die Räume des Hauses und in Zusammenarbeit mit Grischa Schmitz alle Gegenstände fotografiert und führte anschließend Gespräche mit ehemaligen Besucher*innen.

Die künstlerische Auseinandersetzung im Museum Kunst der Westküste mit diesem dokumentarischen Material ist in den drei Räumen der Ausstellung zu sehen und zu hören. Die Gegenstände treten – als Nachbilder – stärker hervor, als sie das als „Tapete“ in der Kneipe getan haben. Ein Abbild der bereits geschlossenen Kneipe und der geräumten Wohnung wird noch einmal belebt von Stimmen ehemaliger Gäste, die ihre Erinnerungen mit uns teilen. Am Ende steht die Frage nach unserem persönlichen Umgang mit Vergangenem und wie er sich auf unsere Zukunft auswirkt.

Mehr erfahren: Bei Tante Herta.

Provenienzgeschichten

Im Jahr 2017 geriet die Ölstudie Wäschetrocknen – Die Bleiche, die sich als Dauerleihgabe im MKdW befindet, in den Verdacht, während der NS-Zeit ihrem jüdischen Vorbesitzer unrechtmäßig entzogen worden zu sein. Sie gehörte ehemals dem Leipziger Unternehmer Moritz Ury, der 1937 in die Schweiz emigriert war und dort 1939 verstarb. Der jetzige Eigentümer hatte das von Max Liebermann 1890 im niederländischen Zandvoort gemalte Werk – ohne Kenntnis der Vorgeschichte – 2006 erworben.

Die Ausstellung gewährt spannende Einblicke in die mehrjährige, komplexe Provenienzrecherche, die nun lückenlos die Herkunftsgeschichte der Bleiche nachzeichnet und den anfänglichen Verdacht ausräumen kann. Das MKdW nimmt diesen Fall zum Anlass, einen Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit zu gewähren. Wie sieht die Rückseite dieses Werkes aus, welche Informationen tauchen bei der Überprüfung eines Bildes auf und welche Quellen stehen Forscher*innen zur Klärung einer Herkunftsgeschichte zur Verfügung? Diese und weitere Fragen werden an einigen Werken der Sammlung diskutiert.

Mehr erfahren: Provenienzgeschichten.

Junge Deutsche Philharmonie / Stefan Dohr / Jonathan Nott

Tusch und Bühne frei für das Waldhorn: Nicht nur von Romantikern wie Robert Schumann für seinen weichen Klang und die mit ihm verbundenen naturhaften Assoziationen geschätzt, sondern auch von zeitgenössischen Komponisten wie György Ligeti für neue Stimmungs- und (Ober-)Tonexperimente auserkoren, steht das Instrument bei der Frühjahrstournee SIGNAL der Jungen Deutschen Philharmonie im Fokus. Gespannt sein darf man auch auf die deutsche Erstaufführung des Orchesterwerks Z Metamorphosis, in welchem der griechische Komponist Minas Borboudakis Tonmaterial, musikalische Gesten und Momente aus seinem 2018 uraufgeführten Musiktheaterwerk Z verarbeitet hat. Abgerundet wird das Programm mit Antonín Dvořáks Sinfonie Nr. 8, bei deren Entstehung sich der Komponist von der böhmischen Landschaft inspirieren ließ.

 

SOLIST*INNEN

Stefan Dohr, Horn

Mitglieder und Ehemalige der Jungen Deutschen Philharmonie, Horn

 

DIRIGENT

Jonathan Nott

 

PROGRAMM

György Ligeti (1923–2006)

Hamburgisches Konzert (1998/99)

Antonín Dvořák (1841-1904)

Sinfonie G-Dur op. 88 Nr. 8 (1889)

Minas Borboudakis (*1974)

Z Metamorphosis für Orchester (2021)

Deutsche Erstaufführung

Robert Schumann (1810–1856)

Concertstück für 4 Hörner F-Dur op. 86 (1849)

 

Nähere Informationen und Tickets finden Sie unter folgendem Link: Junge Deutsche Philharmonie / Stefan Dohr / Jonathan Nott

Guter Stoff. Textile Welten von der Hansezeit bis heute

Die Sonderausstellung „Guter Stoff“ wirft einen Blick zurück in die Hansezeit, als die Hansekaufleute Stoffe in ganz Nordeuropa handelten. Die Textilien dieses Handels waren hochwertige Produkte, die Wohlstand für ganze Regionen brachten und die Gesellschaft der Hansezeit umfassend prägten. Bis heute vernetzen Stoffe Gesellschaften weltweit. Die Debatten um Nachhaltigkeit, Verschwendung, faire Arbeit und Produktqualität sind zeitlos und wurden bereits im Mittelalter geführt. Die Ausstellung spannt den Bogen von der Hansezeit bis in die Gegenwart und Zukunft der Textilindustrie und thematisiert auch ökologische und soziale Folgen des Modekonsums.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: Guter Stoff. Textile Welten von der Hansezeit bis heute

Neujahrskonzert mit Lucas und Arthur Jussen

2023 — Den Jahresbeginn begrüßen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern traditionell in Ulrichshusen, dem Herz des Festivals. Zum neuen Jahr entfachen die Brüder und Festspielpreisträger Lucas und Arthur Jussen ein musikalisches Feuerwerk mit unbändiger Spielfreude, großer Virtuosität und erfrischender Vielseitigkeit. Dem Klavierduo stehen der junge, schwedische Geiger Johan Dalene sowie der schwedisch-dänische Cellist Andreas Brantelid zur Seite. Gemeinsam präsentieren sie ein vielseitiges Programm, das von Mozart über Piazzolla und Fazil Say bis zu einem extra für dieses Konzert arrangierten Neujahrs-Medley reicht.

Programm

MOZART Sonate C-Dur für Klavier zu vier Händen KV 521 / BEACH Klaviertrio a-Moll op. 150 / SAY Space Jump für Klaviertrio op. 46 / PIAZZOLLA Las Cuatro Estaciones Porteñas (Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires) sowie ein Neujahrs-Medley als großes Finale

Veranstaltungsort:

Ulrichshusen, Remise
Seestraße
17194 Ulrichshusen

Mehr erfahren und Tickets: Neujahrskonzert.

Sunset

Obwohl ein alltägliches Phänomen, zieht uns die untergehende Sonne immer wieder in ihren Bann. Auch aus der Kunst ist das Motiv nicht wegzudenken. Und dennoch steht es unter Kitsch-Verdacht. Mit der Ausstellung Sunset präsentiert die Kunsthalle Bremen rund 120 hochkarätige Werke von der Romantik bis in das 21. Jahrhundert. In der Ausstellung geht es nicht nur um die Frage des Kitsches, sondern auch um das Potential des Themas, in zutiefst menschliche Sphären vorzudringen. So sind die gezeigten Werke vielfältig: Die Arbeiten unter anderem von Tacita Dean, Claude Monet, Dieter Roth, William Turner und Félix Vallotton sind berührend, humorvoll und apokalyptisch – mal abstrakt, mal atemberaubend schön.

 

Mehr zur Ausstellung: Sunset.

 

Bild: Félix Vallotton, Sonnenuntergang in Grâce, orangefarbener und violetter Himmel (Coucher de soleil à Grâce, ciel orangé et violet), 1918, Privatsammlung.